Sonderheft 2010 „Spinnenarzneien“

Aranea, Theridion, Mygale, Tarantula, Latrodectus ...

Homöopathische Praxiserfahrungen zu Tarentula, Mygale, Theridion, Aranea diadema und ixobola, Tela areneae ...
Im zweiten Sonderheft erwarten Sie 16 Beiträge, Arzneimittelbilder und Falldarstellungen zu:

- Aranea diadema
- Arenea ixobola
- Latrodectus mactans
- Latrodectus hasselti
- Theridion curassavicum
- Tegenaria atrica (Hauswinkelspinne)
- Tela aranea (Spinnenetz)
- Mygale lasiodora
- Tarentula hispanica
- Tarentula cubensis
- Buthus australis (Skorpionart)
Allgemeine zoologische Informationen, Themen der Spinnen und homöopathische Schwerpunkte

Ein einführender Beitrag befasst sich mit biologischen Informationen und den allgemeinen homöopathischen Themen der Spinnen. Danach folgt ein 19-seitiger Artikel, der spezifische Symptome und Schwerpunkte folgender Spezies wiedergibt: Tarentula hispanica, Aranea diadema, Aranea ixobola, Latrodectus mactans, Theridion curassavicum, Latrodectus hasselti, Mygale lasiodora, Tarentula cubensis und Tegenaria atrica (Hauswinkelspinne). Zu fast allen Arten werden Kurzdarstellungen verschiedener Behandler aufgeführt; den Abschluss bilden Informationen einer Verordnung der Wasserspinne Argyroneta aquatica (zusammengetragen von Thomas Schweser).


Tarentula hispanica

Die spanische Tarantel Tarentula hispanica ist die am häufigsten verordnete Spinne. Nach den ausführlichen Informationen im vorigen Artikel folgt zur Abrundung der zweiseitige Fall eines sechs Monate alten furchtbar hektischen Babys mit Blähungskoliken bei einer bestehenden Nabelhernie (Behandlerin: Petra Eickhoff).


Theridion curassavicum (Orangenspinne)

Gleich drei Kasuistiken zu Theridion curassavicum haben Eingang in diese Ausgabe gefunden. Von Geburt an, bei der sich ein Nabelschnurknoten zeigte und Luftmangel auftrat, war der mittlerweile dreijährige Karl „beeindruckend unruhig, rhythmisch orientiert, hellhörig und aggressiv, wie die Behandlerin schreibt. Anlass der homöopathischen Behandlung waren Entwicklungsverzögerungen, Schlafstörungen und Hämorriden mit Verdauungsbeschwerden. Schon nach der ersten Gabe Theridion curassavicum C200 wurde Karl deutlich ruhiger und seine Verdauung sofort besser. Die Behandlerin Monika Kittler schreibt abschließend: „Inzwischen sind sechs Jahre ins Land gegangen ... Seine Entwicklung ist sehr erfreulich verlaufen. Er ist recht konzentriert, sehr zugänglich und spielt inzwischen mit viel Spaß Schlagzeug! ... Aggressionen und übermäßige Lärmempfindlichkeit sind kaum noch Thema. Seine Verdauung und sein Schlaf haben sich vollkommen normalisiert. ... Auch die damals geplante Nabel- und Wasserbruchoperation erübrigte sich.“

„Tinnitus nach Kleinhirnblutung“ lautet die Headline des nächsten Theridion-Falles von Carmen Post (Pliezhausen). Die initiale Verordnung von Theridion LM6 sowie eine spätere Gabe der C200 erbrachten ein nahezu völliges Verschwinden des Tinnitus – „... nur ganz selten bei Anspannung da, vielleicht drei Mal im letzten halben Jahr“ – wie auch des Schwindels und des Herzklopfens.

Die Anamnese und Fallanalyse des dritten Theridion-Beitrags wurde von der Behandlerin Sigrid Lindemann nach der Sankaran-Methode durchgeführt. Was sich bei der Patientin im Körperlichen wie auch im Psychischen besserte, finden Sie ausführlich auf neun Seiten dokumentiert.


Latrodectus mactans (Schwarze Witwe)

Asthmatische Beschwerden eines Kindes mit starkem Bewegungsdrang, das gerne seine Freunde fesselte, auf waghalsige Weise kletterte, Skelette malte und sich vor dem Sterben fürchtete („Hast du schon mal ein Kind gesehen, das gestorben ist?“), sind einige Aspekte der ersten Kasuistik von Latrodectus mactans, die die Behandlerin Britta Zips (Saarbrücken) aus fünf Seiten zusammengefasst hat.

Der Mann des zweiten Falles kam wegen paroxysmalem Vorhofflimmern in die Praxis des homöopathisches Arztes. Nach der Gabe von Latrodectus mactans C30 kam es eine Woche später zu einer nächtlichen kardialen Krise mit nachfolgender dauerhafter Besserung (Therapeut: Dr. med. Giacomo Merialdo, Genua).


Latrodectus hasselti (Rotrückenspinne, Australische Witwenspinne)

Eine beeindruckende schnelle Heilwirkung der Schwarzen Witwenart Latrodectus hasselti zeigten zwei Gaben Latrodectus hasselti C200 bei einem Kind mit Durchfällen und Bauchschmerzen aufgrund einer Fruktoseintoleranz. Allerdings traten nach dieser körperlichen Besserung verstärkt Angstträume auf, während sich die Angst vor Fremden und die Konzentrationsprobleme zunächst weder verstärkten noch besserten. Erst zwei Verordnungen von Latrodectus hasselti C1000 erbrachten dann den gewünschten Durchbruch auf allen Ebenen (Britta Zips, Sarbrücken).


Aranea diadema (Kreuzspinne, Gartenkreuzspinne)

„Verfolgt von Todesmenschen und Monstern“ – allein schon der Titel des ersten Beitrages zu Aranea diadema von Gertraude Kittler (Gütersloh) erzeugt ein gewissen Schaudern. Behandlungsgrund waren aber weniger die schlimmen Albträume, sondern die ausgeprägte Hyperaktivität und das aggressive Verhalten eines Kindes mit häufigen Ohrenschmerzen und Erkältungsinfekten mit chronisch vereiterten Nebenhöhlen sowie kariös-schwarzen Milchzähnen.

Marco, der Bub des zweiten Artikels zu Aranea diadema, wurde wegen häufiger Infekte mit Otitiden und Krupphusten in die Praxis gebracht. Hinweise auf die homöopathische Arznei Aranea diadema waren u.a. die Verschlimmerung der körperlichen Beschwerden bei nebligem und nasskaltem Wetter sowie – als Fingerzeig auf eine Spinne – ein Interesse am Thema Tod, die Angst vor Spinnen sowie der Tick, Gegenstände mit Drähten, Bändeln und Seilen zu verknüpfen. Interessanterweise hatte Marco auch sein Stickzeug in die Praxis mitgebracht (Carmen Post, Pliezhausen (bei Stuttgart)).


Aranea ixobola (Schwarze Kreuzspinne)

Xenio ist ist ein witzig-geistreiches, aber auch diktatorisches Kind mit Einschlafstörungen und einem generalisierten Hautausschlag. Nach der vergeblichen Verordnung von Dulcamara bewirkte Aranea ixobola eine nachhaltige Besserung. 25 Monate nach der letzten Einnahme von Aranea ixobola äußerte die Mutter telefonisch: „Derartige Hautausschläge sind bei Xenio nicht mehr aufgetreten, er hat nie wieder ein Ekzem in diesem Ausmaß oder überhaupt eins gehabt. Er hat schon empfindlichere Haut, als ich das vielleicht von mir als Kind kenne, aber es ist nie wieder zu einer Rötung, einem Ekzem oder zu einem Vorstadium davon gekommen. ... Seine Haut sieht blendend aus, er ist ganz braun gebrannt und auch sonst gut drauf.“ (Therapeutin: Wyka, Evelyn Feige, Berlin)


Tela aranearum (Spinnenetz)

Obwohl mit bis zu über 1000 Einträgen in den Repertorien vertreten, sind praktische Erfahrungen mit Tela aranearum in der homöopathischen Literatur so gut wie nicht existent. Umso erfreulicher ist, dass gleich zwei Praxiserfahrungen von der Heilpraktikerin Gabriele Specht-Birlem vertreten sind: Behandlungsgründe waren für die Eltern eines jungen Mädchens, dass dieses nur sehr wenig sprach, und für eine erwachsene Frau die seit Jahren bestehenden Eiterpickel im Schambereich. Beiden Patientinnen gemeinsam waren u.a. ein mangelhafter Zugang zu ihrer weiblichen Seite: Das Mädchen wollte nur Jungenkleidung tragen und die Haare sehr kurz geschnitten haben, die Frau hatte auch eine Neigung zu männlich betonter Kleidung und übernahm in ihrer Theatergruppe sehr gerne männliche Rollen. Auffallend außerdem die Vorliebe beider Personen, sich mit zartgewebten Tüchern oder einem feingewebten Schultertuch zu bedecken/umhüllen.


Tegenaria atrica (Hauswinkelspinne)

Menschen, die Tegenaria atrica als ihr Simillimum benötigen, bevorzugen die häusliche Sicherheit. Öffentlichkeit und Gesellschaft (z.B. öffentliche Plätze, Kaufhäuser ...) bergen in der Wahrnehmung von Tegenaria atrica Unsicherheit und Gefahren. Schlechte Erfahrungen aus längst vergangenen bedrohlichen Situationen begleiten sie wie ein schwarzer Schatten und in der Nacht dann wagen sich mannigfaltige Ängste zum Vorschein: Furcht vor plötzlichen Angriffen oder Verfolgung, vor Mördern mit einem Messer und Vergewaltigern ...“ (Auszug aus der Materia medica „Wissmut“). Wie sich diese Patienten in der Praxis präsentierten, welche Symptome für die Hauswinkelspinne typisch sind, erfahren Sie anhand zweier Beiträge von Karl-Josef Müller (Zweibrücken) und Petra Eickhoff (Trier).


Buthus australis (Australische Skorpionart)

Genau genommen deplatziert ist der abschließende Beitrag von Britta Zips (Saarbrücken) zu Buthus australis, da Skorpione zwar den „Spinnentieren“ und nicht den „Echten Spinnen“ zugeordnet werden. Da aus dieser Kasuistik aber die homöopathische Nähe der Skorpione zu den „Echten Spinnen“ ersichtlich ist, finden Sie abschließend den Fall der sich schnell aggressiv und unsozial gebärdenden Anna (DD Lyssinum). Nach mehreren Gaben Buthus australis durchlebte Anna eine Phase aufkommender Ängste und Albträume, bis auch die terrorisierenden Schreianfälle letztendlich völlig verschwanden.

Weitere Beiträge und Fälle zu den Skorpionen finden Sie in der Ausgabe 2/03.

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