2/08 - Einblicke in das Reich der Pilze

Agaricus muscarius, Bovista, Secale, Solanum tuberosum aegrotans, Candida albicans, Leccinum versipelle, Ustilago maydis, Boletus edulis

Homöopathie-Beiträge zu Candida albicans, Secale cornutum, Agaricus muscarius u.a. Pilzen
Dieses Heft widmet sich ausführlich den Pilzen. Nach einer äußert detaillierten Seminarmitschrift von Frans Vermeulen finden Sie im Kasuistikteil Beiträge zu folgenden Pilzen:

- Agaricus muscarius
- Secale cornutum (Mutterkorn)
- Ustilago maydis (Maisbeulenbrand)
- Solanum tuberosum aegrotans
- Bovista (Riesenbovist)
- Candida albicans
- Leccinum versipelle (Birkenrotkappe)
- Boletus edulis (Steinpilz)
Seminarreport: Pilze von Frans Vermeulen

Einen optimalen Einstieg zu den Pilzen bildet die 25-seitige Mitschrift einer Fortbildung von Frans Vermeulen (13.-15. Juni 2008 in Mülheim/Ruhr). Neben ausführlichen Informationen zur Materia medica und Prüfungen bekannter und unbekannterer Pilze sowie Kurzdarstellungen von Fällen diverser HomöopathInnen finden Sie auch Hinweise zur Biologie der Pilze, ihrer Funktion im Ökosystem und ihrer medizinischen und wirtschaftlichen Verwendung. Als Zugabe finden Sie Informationen zur Lungenflechte Sticta pulmonaria, einer symbiotischen Lebensgemeinschaft einer Blaualge und eines Pilzes. Eine Leseprobe aus diesem umfangreichen Beitrag können Sie sich hier anschauen: Download_Pilze.pdf




Ich möchte Ihnen an dieser Stelle einmal sagen, dass mir Ihre Publikation sehr zusagt und ich von jedem Heft profitiere! Ihr ausführlicher Artikel über das Pilz-Seminar von Vermeulen fand ich sehr gut! ... Weiter so.

Frau B. J., Prien
(E-Mail vom 13. Nov. 2008)




Agaricus muscarius (Fliegenpilz)

Agaricus muscarius (Amanita muscarius) wurde einem 39-jährigen Mann, der noch bei seiner Mutter wohnt, verschrieben, der wegen chronischer Sinusitis und Kopf- und Rückenschmerzen therapeutische Hilfe aufsuchte. Bemerkenswert waren ausgeprägte Ängste um die Gesundheit, was häufige und unangemeldete Besuche bei diversen Ärzten und Therapeuten zur Folge hatte. Zur Wirkung insgesamt dreier Gaben Agaricus schreibt der Behandler Jürgen Brand (Lemgo): „Bis Mitte Juni 2008 (13 Monate nach Therapiebeginn mit Agaricus) waren die Sinusitis, die Kopf- und Rückenschmerzen so weit gebessert, dass der Patient sich nicht mehr beklagte. Auch die psychische Situation zeigte sich wesentlich angstfreier. Er ‚quält' nun niemanden mehr mit seinen Beschwerden, Arztbesuche beschränken sich auf Vorsorgeuntersuchungen. Die Gespräche drehen sich nicht mehr um detaillierte Symptomschilderungen, da auch nicht viel zu berichten ist.“


Secale cornutum (Mutterkorn)

In seinem ausführlichen Beitrag zu Secale gibt der Homöopath Gerhard Ruster anhand dreier Fälle zentrale Aspekte des Mutterkorns weiter. Die Patientin des ersten Falles kam wegen einer Gesichtsrose in homöopathische Behandlung, eine andere Frau wegen einer Esssucht. Beiden Frauen war eine problematische, von großer Lieblosigkeit geprägte Mutterbeziehung zu eigen. Ablehnung durch die Mutter findet sich auch im dritten Fall - „Ich hatte in der Schwangerschaft eine Plazentaablösung und ich wollte ihn nicht haben“ -, der die heilende Wirkung von Secale bei einem dreijährigen Bub mit stark autistischen Zügen widergibt.

Ein weiterer Artikel von Graziella Sanzo und Thomas Schweser führt in kompakter Form zwei weitere Fälle auf, so dass Sie anhand der Erfahrungen von insgesamt fünf Kasuistiken ein gutes Verständnis der grundlegenden Symptome und Themen von Secale cornutum erhalten.


Ustilago maydis (Maisbeulenbrand)

Der italienische Arzt Dr. Giacomo Merialdo, Leiter einer Homöopathieschule in Genua und Dozent an zwei weiteren Ausbildungsinstituten, vermittelt in dieser Ausgabe anschaulich, wie er für eine 37-jährige Frau mit Neurodermitis und einer seit 25 Jahren bestehenden Dysmenorrhö die heilende Arznei Ustilago maydis fand. Innerhalb weniger Monate nach der Gabe von Ustilago Q1 stellte sich eine nahezu schmerzfreie Menstruation ein, zudem reduzierte sich die Blutung, die auch keine Blutgerinnsel mehr aufweist, auf ein angemessenes Volumen. Auch andere Beschwerden wie die menstruellen Kopfschmerzen, die Neurodermitis und eine etwas hohe Pulsfrequenz verschwanden bzw. besserten sich. Eine parallel laufende psychotherapeutische Behandlung konnte nach der Gabe von Ustilago maydis beendet werden, da die Psychotherapeutin die weitere Therapie als nicht mehr notwendig erachtete.


Solanum tuberosum aegrotans (Kartoffelfäule)

Zwei chronische Fälle von Solanum tuberosum aegrotans, der pilzerkrankten Kartoffel, zeigt Gerhard Ruster in seinem Beitrag. Welche spezifischen Symptome den Behandler auf Sol-t-ae. brachten und wie in einem weiteren (Akut-)Fall Solanum tuberosum aegrotans eine eitrig-entzündete, von Knochensplittern durchsetzte und durch Strahlenfolgen (Hüfttumor) entstandene Wunde zur Abheilung brachte, können Sie auf den Seiten 45 bis 52 lesen.


Bovista lycoperdon (Riesenbovist)

Einige wichtige Symptome sowie Auszüge aus drei Bovista-Fällen, zusammengetragen von Thomas Schweser, gewähren einen kurzen, aber dennoch einprägsamen Eindruck des Heilvermögens des potenzierten Riesenbovisten. Der erste Fall zeigt sehr anschaulich den offenherzigen Aspekt von Bovista (Rubrik: Gemüt – Wahrheit – sagt die reine), der zweite gibt den Fall eines 24-jährigen Studenten mit einer als Dermato-/Polymyositis bezeichneten Autoimmunerkrankung wieder. Den Abschluss bildet ein redseliger Mann, der einen Homöopathen wegen Bluthochdruck (170/90) und chronischer Verdauungsbeschwerden aufsuchte. Auf Bovista hinweisend war u.a. eine deutliche Besserung durch starke Blutungen (Rubrik: Allgemeines – Blutung – amel.).


Candida albicans

Pilze ernähren sich von Kohlenhydraten, so verwundert es nicht, dass auch alle repertorial ausreichend gut vertretenen Pilzarzneien in den folgenden Rubriken vertreten sind:
Allg. – Speisen – Süßgkeiten – Verlangen: Cand-a., Sec., ...
Allg. – Speisen – Zucker – Verlangen: Sec., ...
Allg. – Speisen – Brot – Verlangen: Agar., Bov., Sec., ...
In dem Fall der dreijährigen Esther waren das ausgeprägte Süßverlangen und die Unruhe zwei Symptome, die aber auch für viele Pilze zutreffen. Da eine homöopathische Prüfung von Candida albicans existiert, die mittlerweile auch Eingang in die zeitgenössischen Repertorien gefunden hat, war es möglich, anhand weiterer Rubriken zu Candida albicans zu gelangen. Die Verordnungen von Cand-a. in den Potenzen C30, C200 und C1000 erbrachten auf der körperlichen Ebene eine nachlassende Neigung zu Infekten und Mittelohrentzündungen, im Psychischen wurde die junge Patientin „viel zentrierter, nicht mehr so bockig und sanfter.





„... Ich wollte mich sehr herzlich für Ihre und Eure Arbeit bedanken. Die Hefte sind immer wieder eine Bereicherung!!!! Auch das letzte Pilzheft hat mir wieder gute neue Impuse gegeben. Dafür herzlichen Dank!!!“

Frau A. Baier, Berlin (E-Mail vom 4. Dez. 2008)   




Leccinum versipelle (Birkenrotkappe)

Leccinum versipelle  war die Arznei der Wahl bei dem vierjährigen Leon, der seit eineinhalb Jahren immer wieder unter einer spastischen Bronchitis litt. Den ersten Fingerzeig auf eine Pilzarznei bildeten eine bestehende Penicillinallergie sowie Leons Abneigung gegen Pilze. Auch dieser Bub hatte ein ausgeprägtes Verlangen nach Kohlenhydraten: „Er ist ein fürchterlich Süßer und isst Naschzeug: Bonbons und Gummibärchen.“ Warum der Behandler Karl-Josef Müller (Zweibrücken) die Birkenrotkappe verordnete und welche Symptome mittlerweile durch zwei weitere Fälle bestätigt werden konnten, finden Sie auf vier Seiten in dieser Ausgabe.


Boletus edulis (Steinpilz)

Wegen einer allergischen Diathese mit extremen Schwellungen und Bettnässen wurde der zehnjährige Peter von seiner Mutter in homöopathische Behandlung gebracht. Verschreibungsgründe für das zuerst vergeblich verordnete Calc. waren Peters verlangsamte Entwicklung, seine Bequemlichkeit und Vorliebe für ruhigere Spiele, seine Furcht vor dem Tod und das extreme Milchverlangen. Erst die Verordnung des Steinpilzes Boletus edulis erbrachte den heilsamen energetischen Reiz. Die Beschwerden verschwanden und auch im Sommer des nächsten Jahres traten keine allergischen Reaktionen mehr auf. (Behandlerin: Graziella Sanzo, Saarbrücken.)


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